Friedenskirche

Schon aus der Ferne wird deutlich, dass hier eine Kriegswunde, die zerstörte erste Friedenskirche, behutsam und bewusst in einen völlig neuen Sakralbau einbezogen wurde.

Das Evangelische Hilfswerk in Deutschland beauftragte den Bauhausarchitekten Otto Bartning nach dem zweiten Weltkrieg mit einem Notkirchenentwurf. Auf der Grundlage seiner Erfahrungen im Montage- und Systembau und unter den Bedingungen von Materialknappheit und Fachkräftemangel gelang ihm eine architektonische Meisterleistung. Das Leitmotiv bei seinem Serienbauprojekt war: „Diese Kirche muss in jeder Hinsicht ehrlich sein. Stein bleibt Stein, Holz bleibt Holz, Eisen bleibt Eisen." Seine Kirchen sollten mit einfachen Mitteln und Materialien schnell errichtbar sein.

Dennoch waren es keine Provisorien, sondern vollständige Sakralbauten. Die an den Kriegsfolgen leidenden Menschen sollten Kirchen erhalten, in denen ihre innere Not durch Stille und Sammlung gelindert werden konnte. So gestärkt sollten sie dann handlungsfähig der äußeren Not entgegentreten können.

Die holzgezimmerte Dachkonstruktion entstand im Serienbau für alle Kirchen und wurde auf den Bauplätzen vormontiert angeliefert. Der steinerne Außenbau wurde im Anschluss von den Gemeinden aus den Abbruchsteinen ihrer zerstörten Kirchen und Gebäuden errichtet.

Viele Spenden, auch von amerikanischen Christen, viele ehrenamtlich geleisteten Stunden bei der Trümmerberäumung und beim Aufbau ermöglichten die Weihe dieser Kirche am 18. Dezember 1949 durch Landesbischof Hugo Hahn. Sie ist eine von 43 deutsch landweit errichteten Kirchen im Rahmen des Bartningschen Notkirchenprogramms, 41 da von stehen noch heute.

Fotos im Oktober 2014