Gedanken zum Titelbild

GLEICHNIS VOM UNKRAUT UND WEIZEN

Der Acker des Lebens

Quelle: Wodicka

Ungefähr ein Jahr haben Sie nichts mehr von mir gehört, da ich durch eine Krebserkrankung aus dem Pfarrdienst und meinem normalen Leben gerissen wurde. In diesem Jahr hat die Krebserkrankung meine ganze Kraft in Anspruch genommen. Ich danke allen, die an mich gedacht und für mich gebetet haben! Zum großen Glück geht es mir inzwischen wieder ganz gut. Auf der Titelseite sehen Sie ein Kornfeld, denn das Gleichnis Jesu vom Unkraut unterm Weizen hat mich im schwierigen letzten Jahr besonders beschäftigt: Ein Gutsherr sät auf seinen Acker Weizen. Nachts kommt sein Feind und sät Unkraut auf dasselbe Ackerfeld. Weizen und Unkraut gehen durcheinander auf und wachsen heran. Als die Arbeiter des Bauern das sehen, fragen sie verwundert ihren Herrn: „Du hast doch guten Samen auf deinen Acker gesät, woher kommt plötzlich das Unkraut?“ Der Gutsherr darauf: „Das hat einer getan, der mir schaden will.“ Die Arbeiter fragen: „Sollen wir hingehen und das Unkraut ausreißen?“ „Nein“, sagt der Gutsherr, „wenn ihr es ausreißt, könntet ihr zugleich den Weizen mit ausreißen. Lasst beides wachsen bis zur Ernte!“ Matthäus 13,24ff. Dieses Gleichnis versinnbildlicht für mich das Leben: Gutes und Schlechtes wachsen auf dem Lebensacker heran. Die Arbeiter fragen ihren Gutsherrn zuallererst: Woher kommt plötzlich das Unkraut? Eine Frage, die sich bei schlechten Ereignissen oft in den Kopf schleicht: Warum/Woher wächst da so viel Ungutes heran, das ich gar nicht gesät und verursacht habe? Ich habe doch mit aller Anstrengung versucht guten Samen in meinem Leben - auf Arbeit, in der Familie usw. - zu säen. Woher diese Krankheit? Warum dieser sinnlose Tod? Warum schließt meine Firma? Warum ….? Woher plötzlich diese Schwierigkeiten, die ich gar nicht bei mir wachsen sehen will? Auch die nächste Reaktion der Arbeiter finde ich zutiefst menschlich: Die Arbeiter wollen das schlechte Unkraut einfach ausreißen. Schluss, aus, Ende damit. GEDANKEN ZUM TITELBILD 4 GEDANKEN ZUM TITELBILD Ja, wenn man die schlechten Erlebnisse vom Lebensacker rausreißen, einfach aus dem Leben auslöschen könnte! Wenn nur Gutes, Schönes und Erfreuliches auf dem eigenen Lebensacker wachsen würde. Das wäre herrlich! Doch das Leben zeigt immer wieder, so einfach ist es leider nicht. Und so lässt auch Jesus den Gutsherrn antworten: Beides muss zusammenwachsen, denn die Wurzeln von Unkraut und Weizen sind so miteinander verwoben, dass man beim Ausreißen des Unkrautes unweigerlich den Weizen mit ausreißen würde. Auf dem Acker des Lebens wird man auch mit größter Anstrengung keine reine Monokultur erzeugen können. Oft laufen gute und schlechte Ereignisse in unserem Leben parallel oder vermischt: Da wächst Glaube neben Zweifeln. Da wächst Gotteslob und große Dankbarkeit und plötzlich wachsen auf demselben Feld Verzweiflung und Mutlosigkeit heran. Da wächst Krankheit und weiter hinten Gesundheit. An einem Tag Glück, dem anderen Tag Unglück. Beides wurzelt im selben Acker, beides ist eben nicht voneinander zu trennen. Bis zur Ernte, bis zum Ende des Lebens, wird immer Gutes und Schlechtes auf jedem Lebensacker wachsen. So ist das Leben. Es bleibt eine sehr große Herausforderung sein persönliches Unkraut wachsen zu sehen oder sogar anzunehmen. Das kann wahnsinnig schwer auszuhalten sein. Eine Hilfe dabei kann Jesus sein, der sich immer besonders um die kümmerte, die es sehr schwer hatten: um Kranke, um Trauernde, um Ausgegrenzte, um die, denen der Glaube schwer fiel. Tröstlich für mich persönlich ist, dass auf jedem Lebensacker immer auch Weizen/Gutes wächst. Das gilt es stets fest im Blick zu behalten. Halten Sie die Augen dafür offen!

■ Ihre Pfarrerin Konstanze Eymann

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