Aufruf zu Solidarität

mit Dresdnerinnen und Dresdnern jüdischer Herkunft und jüdischen Glaubens

Grafik: Pfeffer (gemeindebrief.de)

Es ist in den vergangenen Wochen wieder traurige Realität geworden: Jüdinnen und Juden fühlen sich in unserem Land, auch in unserer Stadt, nicht mehr sicher. Die Ereignisse im Nahen Osten haben das Klima auch in unseren Straßen verändert. Antisemitismus wird zunehmend offener zur Schau getragen. Der Hass auf Israel und auch auf Jüdinnen und Juden wird bei Demonstrationen, Veranstaltungen und in den sozialen Medien propagiert.

Diese Tatsache können und dürfen wir als demokratische Zivilgesellschaft weder unwidersprochen hinnehmen, noch dürfen wir tatenlos zusehen. Der Gedenktag am 9. November ist nicht bloße Erinnerung. Mit diesem Tag geht die Verpflichtung einher, jüdisches Leben in Dresden zu fördern und zu bewahren. Der 9. November 1938 hat gezeigt, in welche unendlichen Abgründe Antisemitismus führt. Deshalb endet das Recht auf freie Meinungsäußerung, wo Antisemitismus, wo Verharmlosung der Verbrechen des Holocausts beginnen oder Israel das Existenzrecht abgesprochen wird.

Die Aufgabe unserer demokratischen Stadtgesellschaft muss es sein, sich hier schützend vor alle Menschen jüdischer Herkunft und jüdischen Glaubens zu stellen. Dazu bekennen wir uns, nicht nur mit Worten, sondern mit unserem täglichen Handeln an den Positionen, an denen wir wirken. Wir rufen alle Dresdnerinnen und Dresdner auf, mit uns gemeinsam diese Solidarität lebendig werden zu lassen – am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Straßenbahn, in den sozialen Medien, an allen Orten an denen uns Vorurteile oder Hass begegnen.

Ein Ort, diese Verbundenheit mit den Dresdnerinnen und Dresdnern jüdischer Herkunft und jüdischen Glaubens zu zeigen, ist das Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht am Donnerstag, dem 9. November an der Synagoge am Hasenberg um 15:30 Uhr. Wir laden Sie herzlich dazu ein. Wir ermutigen die Zivilgesellschaft und die Menschen dieser Stadt aber auch ausdrücklich dazu, mit eigenen Aktionen und Formaten sich dem wachsenden Antisemitismus entgegenzustellen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Superintendent Christian Behr

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