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Chroniken der Friedenskirchgemeinde

Ab 1875 waren die Dörfer Löbtau und Naußlitz Teile der Kreuzkirchgemeinde, ausgenommen waren die nördlichen Teile Löbtaus, die nach Briesnitz gehörten.

Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl von Löbtau sehr stark zu. Hatte es vor 1870 etwa 800 Einwohner, so waren es 1875 bereits 6.248. Der Zuzug kam hauptsächlich aus Dresden. Bauunternehmer bauten hier auf billigem Bauland immer mehr neue Wohnungen. Diese wurden hauptsächlich von Arbeitern bezogen, denn die Steuerbelastung war auf ländlichem Gebiet wesentlich geringer als in der Residenz. So waren es hauptsächlich die ärmeren Leute, die nach Löbtau zogen.

Landdiakonat der Kreuzkirche

Der Kreuzkirche lag daher sehr viel daran, in diesem entfernt liegenden Dörfern Löbtau und Naußlitz ein unabhängiges Kirchenwesen zu begründen. Es erhielt die Bezeichnung 1. Landdiakonat der Kreuzkirche.

So wurde in Löbtau 1875 das 1. Landdiakonat der Kreuzkirche begründet. Der erste Landdiakonus Leopold Köhler zog wenige Tage vor seiner Ordination in seine Löbtauer Wohnung Werner Str. 28 ein. Gleichzeitig erwarb die Kreuzkirche das daneben befindliche Grundstück zum Bau eines Pfarrhauses.

Die Ordination Pfarrer Köhlers erfolge am Sonntag, dem 5. September, unter freiem Himmel im Rügelschen Grasgarten (unmittelbar neben dem späteren Pfarrgarten).

Bis 1891 gehörte die Gemeinde noch zur Kreuzkirche.

Im Jahre 1882 konnte das Pfarrhaus eingeweiht werden.

Bei der ersten Kirchenvisitation im Oktober 1888 durch Superintendent Dr. Dibelius zeigte es sich, daß die Gemeinde schon so groß war, daß das Landdiakonat in ein selbstständiges Kirchspiel mit eigener Pfarrkirche umgewandelt werden mußte.

Bau der Friedenskirche

Ein Jahr später, am 14, Oktober 1889, wurde der Altarstein für diese Kirche gelegt.

Dazu erwarb die bürgerliche Gemeinde Löbtau für 50.000 Mark einen Bauplatz. Der Kreuzkirchenvorstand steuerte 5000 Mark zu und schenkte ihn der Kirchgemeinde. Die weitere Finanzierung des Kirchenbaus übernahm ebenfalls der Kreuzkirchenvorstand. Der Rat der Stadt Dresden gab 55.000 Mark zum Kirchenbau.

Der Bauplan stammte von Prof. Arnold aus Dresden.

Am 14. Juli 1890 fand auf dem Turmgerüst in 20 m Höhe die Hebefeier des Gebäudes statt. Ein Jahr später, am 27. Aug. 1891, wurde das 60 Zentner schwere von der Firma Bierling aus Dresden gegossene bronzene Des-Dur Geläut geweiht.

Weihung

Am Dienstag, dem 6. Oktober 1891, wurde die Kirche geweiht. Sie erhielt den Namen Friedenskirche, als Mahnung zum Frieden in der durch soziale und andere Gegensätze zerklüfteten Gemeinde und in ganz Deutschland. Die Weihe vollzog Superintendent Dibelius.

Damit wurde die Kirchgemeinde selbstständig.

Die Friedenskirche

Die Kirche wurde als Langschiffanlage mit Nord-Süd-Achse erbaut. Sie maß 54 m in der Länge. Die Höhe des Turmes betrug 26 m. Die Höhe des Hauptschiffes betrug 13,5 m. Die Kirche bot 1.100 Menschen Platz. Wegen der vielen Konfirmanden war der Altarplatz sehr groß. Den Altar schmückte ein dreiteiliges Altarbild des Dresdner Historienmalers Tröbs. Dieses Altarbild hat beide Weltkriege überstanden und wurde erst nach der Wende bei einem Einbruch in die Kirche entwendet.

Taufstein und Lesepult sind in Eiche geschnitzt und stehen heute noch in der Kirche. Die Orgel kam erst 1892 hinzu. Sie wurde von der Firma Jehmlich erbaut und war ein Geschenk der beiden politischen Gemeinden Löbtau und Naußlitz.

Gemeindeleben Ende des 19. Jahrhunderts

Die Gemeinde traf sich nicht nur zu Gottesdiensten, Taufen, Konfirmationen und Begräbnissen. Mit der Gründung der Gemeinde entstanden auch Vereine, was für uns heute die Gemeindekreise sind.

Der erste kirchliche Verein war der 1878 gegründete Marienverein. Dieser widmete sich besonders der Errichtung und Erhaltung einer Kinderbewahranstalt. Mit finanzieller Unterstützung des Kammerherren von Burgk wurde ein Grundstück auf der Herbertstr. gekauft. Die Buchstaben M und V am Eingangstor unseres Gemeindehauses erinnern noch daran.

Weitere wichtige Vereine waren der 1880 gegründete Frauenverein, der 1887 gegründete Evangelische Jünglingsverein sowie weitere Vereine, die unter verändertem Namen bis heute wirken.

1898 wurde ein freiwilliger Kirchenchor gegründet. Er sang unter der Leitung von Kantor Schädel. 1932 übernahm Kantor Schubert die Leitung des Chores. Dieser führte den Chor in außerordentlich guter musikalischen Qualität bis in die 60er-Jahre. Die unter seiner Leitung gestalteten wöchentlichen Abendandachten waren für das Dresdener Musikleben sowie auch für die Gemeinde über lange Jahre von Bedeutung. Durch das schnelle Wachstun der Gemeinde machte sich auch eine Friedhofserweiterung notwendig. Dazu wurde ein schmales Stück Land oberhalb des seit 1875 bestehenden neuen Annenfriedhofs gekauft und am 15. November 1897 als Löbtauer Friedhof eingeweiht. Von der späteren Gemeindeteilung wurde auch der Friedhof betroffen. Er gehört seitdem beiden Gemeinden unter dem Namen „Friede und Hoffnung“.

Im Jahre 1900 hatte Löbtau schon mehr als 33.800 Einwohner. Deshalb wurde es als die größte sächsische Landgemeinde mit Wirkung vom 01. Januar 1903 der Residenzstadt Dresden angegliedert.

1912 war die Einwohnerzahl auf über 45.000 gestiegen.

Teilung der Kirchgemeinde

Nach langem Ringen, die finanzielle Seite betreffend, mußte sich der Kirchenvorstand schließlich zur Teilung der riesigen Gemeinde entschließen. 1898 war bereits ein Grundstück für eine Kirche gekauft worden.

Am 01. Januar 1915 war es dann soweit: der südliche Teil der Gemeinde wurde abgetrennt und zur selbstständigen Gemeinde als Hoffnungskirchgemeinde mit ca. 16.000 Gemeindegliedern erhoben.

1. Weltkrieg

Inzwischen hatte der 1. Weltkrieg begonnen und die Glocken der Friedenskirche mußten zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Sie wurden vom Turm geholt und zerschlagen. Davon wird berichtet, daß das Stück der mittleren Glocke mit der Aufschrift „Frieden“ heil geblieben war. Die Gemeinde nahm dies als Vorbedeutung, daß der Frieden bald kommen werde und als Glaubensstärkung, daß der Frieden mit Gott durch nichts zerstört werden kann.

Bereits 1919 gingen die ersten Spenden für neue Glocken ein, und am 19. Dezember 1920 konnten die neuen Glocken geweiht werden. Aus Kostengründen wurden Stahlglocken gegossen, und auch der Klang hatte sich verändert. Die Glocken klangen in d fis a. Diese Glocken haben den 2. Weltkrieg überstanden und rufen uns heute noch vom Turm unserer Friedenskirche.

Die einsetzende Inflation bringt die Friedenskirche, wie auch viele andere Gemeinden in Deutschland, in eine sehr schwierige finanzielle Situation. Auch der Marienverein wird ein Opfer der Inflation und wurde aufgelöst. Das Grundstück wurde Eigentum der Friedensgemeinde, die es für die Arbeit ihrer Kreise nutzte.

Im Gemeindeblatt vom 24. August 1924 startete man einen Aufruf an Bläser und blaswillige Gemeindeglieder, einen Posaunenchor ins Leben zu rufen, und bat gleichzeitig um Spenden zur Anschaffung von Instrumenten. Am 10. Dezember 1924 konnte der neugegründete Posaunenchor der Friedensgemeinde in einem Gemeindeabend im Drei-Kaiser-Hof vor die Öffentlichkeit treten. In Jahr 1999 feierte der Posaunenchor seinen 75. Geburtstag.

Besonders zu berichten wäre noch über die Arbeit mit den Kindern in der Friedensgemeinde. Zu den Kindergottesdiensten kamen im Schnitt 600-700 Kinder. Jährlicher Höhepunkt war immer der Blumensonntag im Juli.

2. Weltkrieg

Im zweiten Weltkrieg wurde die Friedenskirche zerstört und in den ersten Nachkriegsjahren als Notkirche nach Entwürfen des bedeutenden Architekten Otto Bartning wieder aufgebaut.